Digital Humanities Day #3
14. & 15. Januar 2021
Sakralität im Wandel. Religiöse Bauten im Stadtraum des 21. Jahrhunderts in Deutschland seit 1990
Dunja Sharbat Dar
Keywords: Netzwerkanalyse
SaWa (DFG-gefördert, 2018/09-2021/11)
Im SaWa-Projekt befasst sich ein interdisziplinäres Team aus Religionswissenschaftler*innen und Architekturhistoriker*innen mit den Transformationen religiöser Gebäude in Deutschland seit 1990. Mit der zunehmenden Pluralität religiöser Gemeinschaften und der abnehmenden Anzahl von Kirchenmitgliedern in Deutschland verändert sich auch die gebaute Umwelt. Während viele Kirchengebäude der großen Kirchen vor einer Umnutzung, einige sogar vor dem Abriss stehen, werden vermehrt Moscheen gebaut, Synagogen wiedererrichtet und nicht-religiöse Gebäude von kleinen Gemeinden aus dem christlichen Spektrum genutzt. In vielen Fällen werden diese Bauprozesse medial begleitet und teilweise kontrovers diskutiert, wie das Beispiel der Zentralmoschee in Köln zeigt. Im SaWa-Projekt soll dieser Wandel nicht nur über qualitative Fallstudien nachvollzogen, sondern großflächig in einer Datenbank verzeichnet und kategorisiert werden.
Datenbank zur Erhebung religiöser Architektur im Wandel
Die Datenbank, die als eine der ersten ihrer Art systematisch religiös genutzte Gebäude in Deutschland abbildet, entsteht im laufenden Projekt als Ergebnis von Literatur- und Internetrecherchen sowie Feldforschung und Interviews mit Akteur*innen im Feld. Erhoben werden Kirchen, Synagogen und Moscheen, die seit 1990 in Deutschland erbaut, abgerissen oder umgenutzt wurden. Neben den Basisdaten zu den Gebäuden, Adresse, Bauzeiten und architektonischen Merkmalen, umfasst jedes Datenblatt auch den sozio-politischen Umnutzungs- bzw. Baukontext, religiöse Dachverbände und Organisationen sowie Querverweise zwischen Gebäuden, die miteinander in Beziehung stehen (z.B. wenn eine Gemeinde von Gebäude zu Gebäude wandert oder ein Gebäude als Ersatzbau für ein abgerissenes Gebäude entsteht). Diese dynamischen Prozesse sollen am Ende nicht nur in einer einfachen Datenabfrage durch Wissenschaftler*innen und Interessierten abfragbar sein, sondern gleichzeitig über unterschiedliche Module visualisiert werden. Geplant sind interaktive Karten, Zeitstrahle und visualisierte Verknüpfungen zwischen Gemeinden, Architekturbüros und Gebäuden. Zusätzlich wird überlegt, über interaktive Ergänzung durch Nutzende der Datenbank ein regelmäßiges Updaten der Daten zu ermöglichen. Die Datenbank kann so als erster Versuch, religiöse Gebäudenutzung und Sakralbau in Deutschland systematisch und interdisziplinär zu erfassen, gesehen werden.
Mitarbeitende
Prof. Dr. Wolfgang Sonne (Lehrstuhl für Architekturgeschichte und -theorie, TU Dortmund)
Prof. Dr. Volkhard Krech (Centrum für religionswissenschaftliche Studien, RUB)
Vertr.-Prof. Dr. Martin Radermacher (Centrum für religionswissenschaftliche Studien, RUB)
Dr. Beate Löffler (Lehrstuhl für Architekturgeschichte und -theorie, TU Dortmund)
Dunja Sharbat Dar, M.A. (Centrum für religionswissenschaftliche Studien, RUB)
Carlota Esser, B.A. (Lehrstuhl für Architekturgeschichte und -theorie, TU Dortmund)
Julia Poganski, B.A. (Centrum für religionswissenschaftliche Studien, RUB)
Kontakt
Dunja Sharbat Dar (dunja.sharbatdar@ruhr-uni-bochum)
Tel.: 0234/32-22941
Projektwebseite: https://ceres.rub.de/de/forschung/projekte/sawa/